LVLS

Legasthenie – LRS

Allgemein

Förderkonzepte zur LRS

Im Rahmen der Suche nach einem geeignetem Fördermittel für ein Kind mit einer Lese- und Rechtschreibschwäche stößt man auf eine Vielzahl von Angeboten, von denen die meisten beanspruchen, das wirkungsvollste und erfolgreichste zu sein. Es gilt hierbei jedoch zu beachten, dass alle Fördermaßnahmen auf verschiedenen Ansätzen beruhen. Verschiedenartige Annahmen über Lernprozesse, soziale Entwicklung, physiologische Gegebenheiten und andersartige Ursachen einer Lese- und Rechtschreibschwäche bedingen ganz differenzierte Lösungsansätze. Um grundlegend informiert zu sein, sollen ausgewählte Fördermaßnahmen objektiv betrachtet werden.

Funktionstraining

Ein auf Grundlagen der Pädagogik entwickeltes Förderkonzept ist das Funktionstraining. Dieser Ansatz geht von einer grundlegenden Wahrnehmungsstörung des Kindes aus, welche psychologische, aber auch biologische Gründe haben kann, und somit die Lese- und Rechtschreibschwäche verursacht. Nach einem standardmäßigen Test zur Diagnose einer LRS, wird auf individuelle Betreuung und Einzelbeobachtung des Kindes durch den Lehrer / Therapeuten abgezielt. Dieser soll dadurch zu einem tiefgreifenden Verständnis für das Kind gelangen und durch Funktionstrainingsmaßnahmen und ein spezielles Lese- und Rechtschreibtraining den betroffenen Schüler unterstützen.

Marburger Rechtschreibtraining

Ein auf medizinischer Basis entwickeltes Förderkonzept ist das Marburger Rechtschreibtraining. Dieses sieht die Ursachen der Lese- und Rechtschreibschwäche in pathologischen Gründen und führt diese vor allem auf physiologische Gegebenheiten zurück. Daher wird im Rahmen der Diagnostik eine medizinische Untersuchung der Hör- und Sehfähigkeit vorgenommen. Es folgen ein IQ -Test, ein spezifischer Lese- und Rechtschreibtest, sowie die Einordnung des emotionalen Entwicklungsstands des Kindes. Nach der Diagnose der LRS wird ein systematisches Lernkonzept, das sogenannte 12 – Punkte – Programm, zur Behandlung der LRS verwendet. In diesem sollen besondere Auffälligkeiten der LRS einzeln und zielgerichtet behandelt werden. Das Marburger Rechtschreibtraining verfolgt einen psychotherapeutischen Ansatz.

Systematische LRS Therapie

Die Systematische LRS Therapie sieht die Ursachen der Lese- und Rechtschreibschwäche in der Beziehung von Kind und Umwelt. Als Reaktion auf äußere Faktoren, welche das Kind stark oder wenig beeinflussen können, hat dieses als Maßnahmen zum Schutz oder der Verarbeitung dieser Einflüsse, Strategien entworfen, welche sich als Lese- und Rechtschreibschwäche manifestieren. Um dem entgegenzuwirken, wird auf äußerst kommunikativer Basis zwischen Therapeut und Kind versucht, diesem neue Handlungskompetenzen und Strategien zu vermitteln. Der Therapeut fungiert in diesem Fall als „Ratgeber “ und verfolgt einen konstruktiven Ansatz durch die Entwicklung neuer Handlungsmöglichkeiten in Bezug auf das Lesen und Schreiben.

Die Wahl eines speziell für das eigene Kind geeignete Förderprogramm ist schwierig und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Nicht nur verschiedene Lösungsansätze durch die Förderkonzepte, auch die eigenen Überzeugungen fallen hierbei ins Gewicht. Die aufgeführten Maßnahmen bieten dabei nur eine kleine Auswahl an therapeutischen Maßnahmen und Ideen. Dennoch kann jedes Konzept erfolgreiche Ergebnisse aufweisen und erfährt somit auch seine Daseinsberechtigung. Die Auswahl der Fördermaßnahmen sollte dennoch durch fachmännischen Rat von Ärzten und Pädagogen oder Therapeuten begleitet werden.