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Kostenübernahme der Krankenkassen bei LRS? › LVLS

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Legasthenie – LRS

Allgemein

Kostenübernahme der Krankenkassen bei LRS?

Wissenschaftler gehen davon aus, dass es in Deutschland circa sieben Millionen Analphabeten gibt, wobei die Dunkelziffer als noch weitaus höher vermutet wird. Das bedeutet, dass etwa jeder siebente Erwerbstätige nicht richtig lesen und/oder schreiben kann. Die erste Pisa-Studie zeigte zudem, dass der Anteil unter den Jugendlichen ebenfalls als sehr hoch anzusehen ist. Etwa jeder Zehnte unter ihnen konnte einen Text nur unzureichend inhaltlich wiedergeben.

Unter allen Betroffenen findet sich ein erheblicher Anteil derer, die bereits im Grundschulalter trotz regelmäßigen Schulbesuchs einfach nicht oder nur unvollständig die Lese- und Schreibkompetenz erworben haben.

Desto wichtiger ist es für Eltern von Grundschulkindern, von Beginn an ein besonderes Augenmerk auf die Lese- und Schreibfähigkeiten ihrer Kinder zu richten. Nicht selten „mogeln“ sich bereits Lernanfänger zuhause und in der Schule durch, weil sie Wortbilder auswendig lernen, anderen gut zuhören und Inhalte speichern, die sie später auch wiedergeben können. Zudem ist manchmal nicht genügend Geduld von Erwachsenen beim Üben vorhanden, sodass sie aufgrund der Zeitersparnis auch gern dem Kind etwas vorsagen. All das führt unweigerlich dazu, dass die eigentlichen Lese- und Schreibtechniken vom Kind nicht durchdrungen und erlernt werden, wenn eine Lese-/Rechtschreibschwäche vorliegt.

Diagnostik  Lese-Rechtschreib-Schwäche

Die Diagnostik zur Feststellung einer Lese-/Rechtschreibschwäche können autorisierte Psychologen oder Ärzte mittels standardisierter Tests vornehmen. Eine Lese-/Rechtschreibschwäche muss nicht zwingend mit einer Minderbegabung einhergehen. Das bedeutet, dass es sich häufig um isolierte Teilleistungsstörungen bei guten kognitiven Fähigkeiten handelt.

Innerhalb der ICD-10, die als Berechnungsgrundlage für die Leistungsvergütung der Ärzte dient, wird im Kapitel „Umschriebene Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten“ unter der Notation F81.0 auch die Lese-/Rechtschreibstörung ausgewiesen. Trotzdem handelt es sich hierbei nicht um eine Behinderung oder Erkrankung im herkömmlichen Sinn, sondern um eine Teilleistungsstörung, die nicht zwingend im Zusammenhang zu den kognitiven Fähigkeiten stehen muss. So wird davon ausgegangen, dass sich im Entwicklungsprozess des Kindes durchaus an dieser Feststellung noch etwas ändern kann.

Kosten

Wird die Diagnose nach ICD-10 gestellt, werden in der Regel keine Kosten für eine Therapie von der Krankenkasse übernommen. Ausnahmen bilden nur jene Fälle, die weitere Diagnosen vorzuweisen haben, wie etwa eine auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung, eine visuelle Wahrnehmungsstörung oder eine psychische Erkrankung.

Handelt es sich jedoch um eine isolierte Lese-/Rechtschreibstörung, müssen schulische Maßnahmen in Anspruch genommen werden. Nur dann, wenn jedoch von schulischer Seite keine zielgerichtete Förderung möglich ist, können Eltern mit dem Ablehnungsbescheid der Krankenkasse an das zuständige Jugendamt herantreten, das nach §35 a SGB VIII in einigen Fällen die Kosten für eine Therapie übernimmt. Hierzu ist es jedoch erforderlich, dass es sich um eine andauernde Störung handelt und außerdem eine starke seelische Belastung vorliegt oder eine soziale Isolation des Kindes zu befürchten ist.