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Legasthenie – LRS

Allgemein

LRS

Da die Fähigkeit des Lesens und Schreibens die Grundlage für jegliche schulische und berufliche Ausbildung ist, liegt es im Sinne der Lehranstalten, besonders Kinder mit einer Lese- und Schreibschwäche gezielt zu fördern und zu unterstützen. Die Konferenz der Kultusminister legte daher Richtlinien zur Förderung von Schülerinnen und Schülern mit auffallenden Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben fest. In diesen Grundsätzen wurde der Aufgabenbereich der Schule zur Identifikation dieser Schüler klar manifestiert.

Wie wird eine besondere Lese- und Schreibschwäche ( LRS ) diagnostiziert?

Forschung und Wissenschaft können bislang keine genauen Antworten auf Ursache und Wirkung einer LRS darlegen. Dennoch gibt es Kriterien, welche es bei der Diagnose betroffener Kinder durch die Schule zu beachten gilt. Hierbei handelt es sich um die Einstufung von

  • Sprachlicher, kognitiver und sozialer Entwicklung
  • Lernmotivation beim Lesen und Schreiben
  • Erfassungsvermögen von neuen Lerninhalten

Nach der Diagnose muss vor allem geklärt werden, ob das Kind nicht durch physiologische Gegebenheiten zu einer Lese- oder Rechtschreibschwäche neigt. Ein medizinische Untersuchung durch einen Augen- und Ohrenarzt ist daher zwingend erforderlich.
Die Aufgabe, individuell angepasste Fördermittel zu entwickeln, liegt danach, vor allem in den Primarstufen, im Kompetenzbereich der Schule. Hierzu zählen vor allem förderdiagnostische Maßnahmen im Bereich Klassenzusammensetzung, Methodik, Lernmaterialien, Lehrkrafteinsatz, Zeit und Dauer der Förderung.

Wie werden Schüler mit einer LRS bewertet?

Auch Kinder mit einer Lese- und Rechtschreibschwäche unterliegen den grundsätzlichen Kriterien zur Leistungsbewertung. Dennoch soll unter dem Grundsatz des Nachteilausgleichs eine gezieltere Bewertung der Schüler erreicht werden. Hierzu zählen unter anderem

  • Verlängerte Zeitspannen zur Bearbeitung von schriftlichen Klassenarbeiten
  • Technische Hilfsmittel zur schnelleren Erfassung von Aufgabenstellungen (Audiotechnik)
  • Methodische Hilfen (z.B. vergrößertes Schriftbild)

Als Abweichung zu den allgemeinen Kriterien der Leistungsbewertung können nachfolgende Maßnahmen getroffen werden:

  • Höhere Gewichtung der mündlichen Leistung im Fach Deutsch der Fremdsprachen
  • Verzicht auf Benotung der Lese- und Rechtschreibleistung
  • Verzicht auf Benotung der Rechtschreibleistung insbesondere bei Klassenarbeiten

Auch bei Zeugnissen und Abschlüssen können diese Faktoren berücksichtigt werden. Gerade im Grundschulbereich steht der pädagogische Zweck des Zeugnisses im Vordergrund. In höheren Jahrgangsstufen muss jedoch unter Berücksichtigung der Gleichbehandlung die Leistungsbewertung nach allgemeinen Kriterien erfolgen. Dennoch ist es nicht gestattet, einem Schüler aufgrund einer Rechtschreibschwäche den Zugang zu einer weiterführenden Schule zu verwehren.

Die Lese- und Rechtschreibschwäche ist ein essentielles Problem in der Entwicklung eines Kindes. Gerade im Grundschulbereich sollten daher gezielte Maßnahmen getroffen werden, um dem Kind eine qualitativ hochwertige Bildung entsprechend seines eigentlichen Leistungsniveaus zu ermöglichen. Dies obliegt jedoch nicht nur den Schulen, auch Eltern sollten auf ihre Kinder achten und gegebenenfalls Hilfe bei der Schule oder auch außerschulischen Förderprogrammen ersuchen.