Damit Eltern erfahren, wie sie helfen können
Beim Gesundheitsamt gibt es einen offenen Gesprächskreis für Legasthenie-Betroffene
Kreis Saarlouis (om). Unter dem Dach des jugendärztlichen Dienstes beim Gesundheitsamt Saarlouis hat sich ein offener Gesprächskreis für Eltern gegründet, deren Kinder von der Lese- und Rechtschreibschwäche Legasthenie betroffen sind. Im Mittelpunkt steht der Erfahrungsaustausch von betroffenen Eltern untereinander, aber auch Gespräche mit Lehrern und Ärzten. Die Treffen finden in Zusammenarbeit mit dem Landesverband Legasthenie Saarland an jedem dritten Dienstag im Monat statt. In den Schulferien und an Feiertagen fällt der Gesprächskreis aus.
"Eltern, bei deren Kindern Legasthenie festgestellt wird, sollten dies nicht als Katastrophe werten, sondern die Schwäche akzeptieren und sich vielseitig darüber informieren" , rät Erika Dastbaz vom jugendärztlichen Dienst. "Eltern sollen in die Lage versetzt werden, mit dieser besonderen Situation ihrer Kinder umzugehen, um ein Scheitern der Kinder zu verhindern." Manchen Kindern, die von Legasthenie betroffen sind, gelinge es nicht, die an sie gestellten Anforderungen zu erfüllen. Und dies, obwohl sie sich sehr bemühen und ihre Eltern verstärkt mit ihnen üben. Durch ständige Misserfolge werde nicht selten das Selbstwertgefühl und der Leistungswille der betroffenen Kinder tief erschüttert. Verhaltensauffälligkeiten bis hin zu psychosomatischen Krankheiten können die Folge sein.
Legasthenie kann verschiedene Ursachen haben, denn Lesen und Schreiben sind äußerst komplexe Vorgänge, die ein Zusammenwirken vieler verschiedener Wahrnehmungs- und Ausdruckfunktionen erfordern. Zum Beispiel können Schwächen bei der Wahrnehmung (Hören, Sehen, Bewegungsempfinden und Gleichgewichtssinn) und in der Motorik (vor allem in der Sprechmotorik und der Feinmotorik der Hand) zu Schwierigkeiten im Lese- und Schreiblernprozess führen. Auf Grund der vielschichtigen Ursachen gibt es auch verschiedene Ansätze, Verbesserungen bei den Kindern herbeizuführen. Hier setzt der Gesprächskreis an. Es sollen verschiedene Möglichkeiten für die Eltern aufgezeigt werden. Je mehr Mütter und Väter darüber wissen und je genauer sie die verschiedenen Ausprägungen kennen, desto besser können sie ihren Kindern helfen, die Schwächen zu überwinden.
Das letzte Treffen vor den Sommerferien findet am Dienstag, 20. Juni, 20 Uhr, im Gesundheitsamt Saarlouis, Choisy-Ring 5, statt (rechter Seiteneingang). Informationen beim Gesundheitsamt unter (06831) 444700.