Kinder brauchen viel Geduld
Bei Lese-Rechtschreibschwäche und Hyperaktivität helfen
Marpingen (ww). Nur wenn Kinder, Eltern, Lehrer und Therapeuten eng zusammenarbeiten und miteinander im Gespräch bleiben sind Fortschritte und Verbesserungen für die Kinder und Jugendlichen zu erreichen, die unter einer Lese-Rechtschreibschwäche (LRS, auch Legasthenie genannt) leiden. Darin waren sich alle Teilnehmer der fünften interdisziplinären Fachtagung in der Gesamtschule Marpingen einig. Neben Hilfen bei Lese-Rechtschreibschwäche hatte man diesmal auch die Hyperaktivität ins Blickfeld genommen.
Die Vorsitzende des Landesverbandes Legasthenie Saarland (LVL), Brigitte Klos-Bollbach (St. Wendel) wies darauf hin, dass in den letzten Jahren seit Gründung des LVL schon viel erreicht worden sei. Neben dem LVL arbeiten bei den Fachtagungen das Institut für Lehrerfort- und Weiterbildung, das Landesinstitut für Pädagogik und Medien und der Grundschulverband als Veranstalter mit. Bildungs- und Sozialministerium unterstützen die Bewegung. Insgesamt 172 Tagungsteilnehmer sah der LVL als Bestätigung dafür, dass hoher Bedarf besteht. Neben etwa 50 Eltern nutzten auch Lehrer, Ergo-Therapeuten, Psychologen und Ärzte das Fortbildungsangebot . Zum Teil kamen die Teilnehmer auch aus Rheinland-Pfalz und Luxemburg nach Marpingen. Auf großes Interesse stießen der Vortrag und der Arbeitskreis zum Thema hyperkinetische Kinder (landläufig: Zappelphilipp-Syndrom). Unter dem Titel "Was Lehrer, Eltern und Therapeuten wissen sollten" gab der Würzburger Diplom-Psychologen Dr. Norbert Beck, der an einer Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie tätig ist, konkrete Tipps für die Alltagsarbeit und den Umgang mit hyperkinetischen Kindern in der Schule. Sein Fazit: Zusammenarbeit und Wertschätzung sind wichtig, um mit viel Geduld und kreativen Handeln dem betroffenen Kind zu helfen. "Patentrezepte gibt es nicht", machte Beck Mut zum eigenen Weg. Feste Regeln und Konsequenzen seien aber wichtig, wenn die Schulklasse mit mehreren solchen Kindern nicht zur Hölle werden soll.
Informationen und
Hilfen gibt es auf der Homepage des Landesverbandes Legasthenie Saarland
unter www.lvls.de. Dort findet man auch einen Lehrgang für den Umgang mit
LRS-Kindern. Beratungszeiten hat der LVL montags von zehn bis elf Uhr und
von 15 bis 16 Uhr, sowie donnerstags von zehn bis elf Uhr unter Tel.
(06851) 82634.